TIERARZTPRAXIS

Bauzeit: 2001-2002
Bauherr: privat

Das ehemalige Melkerhaus aus dem Jahre 1897 steht im Zentrum eines kleinen Dorfes im Münsterland. Durch Kies – und Rasenfläche freigestellt, ist es schon von weitem sichtbar. Ergänzt wird das Haupthaus durch einen Anbau aus den 30er Jahren und
den Neubau eines rot verputzten und einseitig mit Holzlamellen verkleideten Garagenkubus.
Ziel war es, die ursprüngliche äußere Erscheinung des Haupthauses wiederherzustellen. Die bauphysikalisch und konstruktiv erforderlichen Eingriffe bleiben im Verborgenen. So ist zum Beispiel der neue Dachstuhl mit den alten Dachziegeln wieder eingedeckt
worden.
Der Innenausbau löst sich gestalterisch vom historischen Äußeren des Gebäudes und bietet in seiner zeitgenössischen Umsetzung einen spannungsvollen Kontrast zum bäuerlichen Umfeld. Die Eingriffe in die Bausubstanz sind gezielt gesetzt. Das Oberlichtband des Flures und der Luftraum im Foyer machen das Gebäude transparent und erfahrbar. Das Beleuchtungskonzept unterstützt diese Wirkung.
Der Grundriss nimmt bestehende Strukturen auf. Dreh – und Angelpunkt des Hauses ist das zweigeschossige Foyer mit Empfangstresen, Wartezone und Pet-Shop. Von Hier aus gelangt man zum einen in den Praxisbereich und weiter in den Büro- und
Lagerbereich mit Lieferanteneingang. Zum anderen erschließt sich von hier, auch visuell, der Seminarbereich im Obergeschoss. Die
einzelnen Nutzungsbereiche sind voneinander abzutrennen.
Eine plastisch ausgeformte Spindeltreppe führt zur Empore, der Vorzone des Seminarraumes. Bis zu 90 Personen finden auf dem ehemaligen Heuboden Platz. Der komplett verglaste Süd-West-Giebel bietet die Aussicht auf den Schöppinger Berg. Der Lichteinfall bleibt, dank des Holz-Lamellen-Sonnenschutzes, fein dosiert und kontrolliert.
Wechselnde Raumproportionen, Belichtung und Ausblicke vermitteln unterschiedliche Raumeindrücke und lassen ein anregendes und
zugleich funktionales Arbeitsumfeld entstehen.